William Wegmans Weimaraner-Fotografien in Düsseldorf
Ungewohnte Ansichten in einer Galerie: Die Düsseldorfer Galerie Bugdahn und Kaimer zeigt bis Ende Februar (10.01.-21.02.2009) William Wegmans Fotoserie “Dogs on Rocks – in the Woods – at the Seaside” und deren Protagonisten sind, wie der Titel verspricht, – Hunde. Seit der Fotograf in den 1970er Jahren den Weimaraner-Rüden “Man Ray” als Modell entdeckte, arbeitet er mit den Weimaranern. Seine humorigen Aufnahmen sind weltweit bekannt und beliebt.

William Wegman: trap, 1998, chromogenic print, 18x18 cm, Edition of 12, signiert, datiert, nummeriert, betitelt auf der Rückseite © Galerie Bugdahn u. Kaimer
Wegmans Arbeiten präsentieren seine Modelle in ästhetischen und erstaunlich professionellen Posen. Den vielseitigen Weimaraner wird eine hohe Intelligenz zugeschrieben, die sie leichtführig und gut abzurichten macht. Die Zucht dieser eleganten Jagdhunde lässt sich bis ins späte 19. Jahrhundert rückverfolgen. Dem Fotografen gelingt es, immer wieder neue Bildideen zu entwickeln, die in ihrer Qualität und Originalität immer wieder aufs Neue verblüffen.
Während sich das erste Modell „Man Ray” – der Name dürfte bezeichnend sein – als idealer Interpret menschlicher Verschrobenheiten erwies, machte seine Nachfolgerin „Fay Ray” in den 1980er Jahren ganz neue Motive möglich, da sich die Hündin nicht nur grazil bewegen, sondern auch posieren konnte: Sie konnte den Hals krümmen, den Kopf verdrehen, die Beine übereinander schlagen.
Mittlerweile arbeitet Wegman schon mit der 5. Hundegeneration, die alle Nachkommen von „Fay Ray” sind.
In der aktuellen Ausstellung werden Chromogenic Prints von William Wegman gezeigt, die über einen Zeitraum von 10 Jahren jeweils in den Sommermonaten an der Küste von Maine entstanden sind. Beteiligt daran waren sechs Hunde aus vier Generationen: Chundo, Batty, Chip, Bobbin, Candy und Penny.

William Wegman: divide, 2002, chromogenic print, 10,2x10,2cm, Edition of 12, signiert, datiert, nummeriert, betitelt auf der Rückseite © Galerie Bugdahn u. Kaimer
In den Aufnahmen versteht es Wegman, die auffallende Fellfarbe seine Modelle in der natürlichen Umgebung geschickt in Szene zu setzen, so dass die Tiere Teil der Landschaft zu werden scheinen. Entstanden sind so anmutige Fotografien, die zwischen Tierporträt und Landschaftsbildern, zwischen humorvollen Inszenierungen und fast schon Gemälde-ähnlichen Tableaus changieren.
Mittlerweile werden Wegmans Arbeiten in Museen und internationalen Galerien auf der ganzen Welt gezeigt und sind in großen Sammlungen vertreten. Zahlreiche Retrospektiven in den USA, Asien (Japan, Korea) und Europa wurden und werden seinem Werk gewidmet.
Allerdings ist Wegman nicht nur ein Meister der Fotografie, sondern auch befasst sich auch mit Malerei, Zeichnung, Video und Film. Seit 1989 werden regelmäßig Videosegmenten von ihm in der „Sesamstraße” gespielt; darüber hinaus hat er auch Filme und Videos u. a. für „Saturday Night Live” und „Nickelodeon” geschaffen.
Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass Wegman seit 1979 – auf Einladung der Firma Polaroid – auch mit der inzwischen legendären Polaroid-Kamera 24 x 20 inches (60 x 50 cm) arbeitet, von der es weltweit lediglich drei Exemplare gibt. Obwohl der Fotoapparat sehr groß und sperrig ist – „wie eine Mischung aus einem Kühlschrank und einem Cello”, so Wegman – ermöglicht er präzise großformatige Aufnahmen. Jedes Jahr macht der Fotograf eine traditionelle Foto-Tour mit der Polaroid in sein Sommerhaus in Maine, dem nordöstlichsten Bundesstaat der Vereinigten Staaten, der für seine einzigartige Landschaft bekannt ist. Hier werden außergewöhnliche Aufnahmen wie die in Düsseldorf gezeigten möglich.

William Wegman: Sun in the curve, 2003, chromogenic print, 17,6x17,6 cm, Edition of 12 signiert, datiert, nummeriert, betitelt auf der Rückseite © Galerie Bugdahn u. Kaimer
Autorin: Simone Kraft Nachrichten-Feed abonnieren




















Schreiben Sie Ihre Meinung!