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Wer nicht fragt bleibt dumm

25. Februar 2009 [ Kein Kommentar ]

Die junge Berliner Galerie Fridey Mickel präsentiert Arbeiten des Künstlers Henry Woller unter dem Titel „DER DIE DAS WER WIE WAS WIESO WESHALB WARUM WER NICHT FRAGT BLEIBT DUMM“. Die Ausstellung reflektiert in nie zuvor gezeigten Arbeiten die Faszination des Künstlers an Propaganda als eine Art Dialog über die Kehrseite der Ikonographie.

Jede einzelne der fünf großformatigen Tuschezeichnungen erzählt in dramatischen Posen Begebenheiten aus der langen Geschichte der Menschheit, als wären sie aus Pandoras Büchse entsprungen. Wie Standfotos aus Filmen der guten alten Zeit beschwören sie Wahrhaftigkeit und Verrat herauf und lassen so den Künstler zum Frontberichterstatter totalitären Erlebens werden.

Wer nicht fragt bleibt dumm

Wer nicht fragt bleibt dumm

Die scheinbar mit dem Inhalt verbundenen Slogans zünden im Kopf und setzen eine Lawine irregeleiteter Assoziationen und falschen Pathos’ frei. In diesen Werken findet Kunst ihre Bestätigung als Widerstand gegen die totalitäre Erfahrung der Wirklichkeit, sie zwar in sich aufnehmen zu müssen, ohne sie jedoch zu bestätigen.

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Der Titel der Ausstellung wurde inspiriert von Berichten über den Gebrauch von Musik in den US-Gefängnissen von Abu Ghraib und Guantanamo Bay, wo unter anderem die oftmals unschuldigen und verspielten Lieder der Sesamstraße eingesetzt wurden. Mit diesem Titel versucht Woller mit Wortbedeutungen und Lied-Assoziationen zu spielen, die schon einmal in ihrer Bedeutung umgekehrt wurden.

Der, die, das. Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm. – Tausend tolle Sachen gibt es überall zu sehn. Manchmal muss man fragen, um sie zu versteh’n.

Inszeniert wie eine Wagner-Oper, erstrahlt der Untergang des Abendlandes als kulinarisches Schreckensszenario in einer Mimikry an die rauschhafte Berichterstattung der Massenmedien und den Zeitgeist – unter besonderer Berücksichtigung der starken Marke Sex und Gewalt.

Der Titel eines jeden Werkes ist in der linken, oberen Ecke des Bildes sichtbar: Wortbedeutungen, die ein Verlangen nach Ordnung und klarer Lesbarkeit beleuchten, das jedes Werk offenbaren will. Der apokalyptische Gestus zelebriert dandyhaften Weltekel und erinnert an die Komplizenschaft der Kunst mit der Realität. In einer sich großartig empörenden Welt verwandelt sich die eigene ästhetische und auch politisch fragwürdige Haltung in ein unvermeidliches Schuldgefühl.

Die Ausstellung „DER DIE DAS WER WIE WAS WIESO WESHALB WARUM WER NICHT FRAGT BLEIBT DUMM“ des Berliner Künstlers Henry Woller ist vom 27.02. bis 10.03.2009 in der Galerie Fridey Mickel, Berlin zu sehen. Vernissage ist am Freitag, 27.02.2009, 19:30-23:00

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Autor/in: Klaus-Dieter Knoll Quelle: Fridey Mickel Abo: RSS-Feed | Mehr...


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