Karikaturenmuseum in Ägypten – Eine Oase der Satire
Was war das für ein Aufruhr? Eine dänische Zeitung veröffentlichte Karikaturen über den Propheten Mohammed und die islamische Welt stand Kopf. Zwei unterschiedliche Welten prallten schließlich aufeinander und viele, auf beiden Seiten, haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Das erste Karikaturenmuseum der arabischen Welt © Fayoum Art Center
Diesen Eindruck will nun ein ägyptischer Künstler zurechtrücken und hat, aller Kritik und allen Unkenrufen zum Trotz, in der Nähe von Kairo das erste Karikaturenmuseum der arabischen Welt veröffentlicht.
Der Ort ist ebenso besonders wie sein neues Museum. Etwa eine Autostunde, also rund 100 km, von Kairo entfernt, liegt die verschlafene Oase Fayoum. An diesem wunderschönen Ort der Ruhe hat der Künstler Mohamed Abla in einem kleinen Lehmhaus einen Pol der Heiterkeit, des kritischen und offenen Denkens und auch der Völkerverständigung geschaffen. 200 Zeichnungen von 50 Künstlern laden zum Nachdenken und Schmunzeln ein.
Welches andere Land ist wohl so prädestiniert für Karikaturen wie Ägypten? Wurden hier doch im Grunde vor Tausenden von Jahren Comics und satirische Zeichnungen erfunden.
Ausstellung in Fayoum © Fayoum Art Center
Nur den Präsidenten und das Militär dürfe man offiziell nicht kritisieren, aber das wolle Abla auch nicht, sondern in Fayoum einen Ort der Verständigung und der Meinungsfreiheit schaffen. Und so wie es aussieht, gelingt ihm das auch.
Seit der Eröffnung des Karikaturenmuseums im März strömen Einheimische wie auch Touristen nur so nach Fayoum, um die Oase der Satire und damit auch eine neue und vielen Westlern unbekannte Seite der arabischen Welt zu erfahren und zu entdecken. Wenn der Erfolg weiterhin so anhält, soll die Ausstellung noch erweitert werden.

















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