Kunsthandel: Nur keine Schwellenangst!
„Kunstgalerien sind doch nur was für Gutbeduchte“ – diese weit verbreitete Annahme stimmt so nicht. Sicher ist bei den meisten Galerien eine gewisse Solvenz von Nöten, wenn man eines der ausgestellten Kunstwerke erwerben möchte. Entgehen lassen sollte man sich deren Kollektionen trotzdem nicht. Diese machen mit ihrer großen Bandbreite an Kunstwerken bereits den Museen Konkurrenz, und nicht selten entdeckt man bei einem Besuch in den Ausstellungsräumen den ein oder anderen Schatz, den man sonst wohl nie zu Gesicht bekommen hätte. Auch die große Auswahl der Galerien in der Düsseldorfer Altstadt ist da keine Ausnahme.

Lumas, Ausstellungsansicht
Lumas z. B. zeigt in erster Linie Fotokunst in einer Mischung von Newcomern und etablierten Künstlern wie Michael Comte. Die handsignierten Originalfotografien werden in Editionen produziert, die in der in der Regel 75 bis 150 Exemplare umfassen und es dadurch möglich machen, die Werke zu einem erschwinglichen Preis anzubieten. Die Arbeiten sind daher schon ab ca. 60 Euro erhältlich. Zudem ist die Galerie offen zugänglich, weder eine Klingel noch geschlossene Türen verhindern, dass man zu den Öffnungszeiten sich die Kunstwerke in Ruhe ansehen kann – auch ohne etwas zu kaufen.

beck & eggeling, Ausstellungsansicht
Nicht weit davon entfernt befindet sich die Galerie beck & eggeling. In drei großen Galerieräumen werden hier sehenswerte Werke des französischen und deutschen Impressionismus, der internationalen Gegenwartskunst sowie eine Ausstellung geboten, die sich ausschließlich mit dem facettenreichen Werk Picassos und Künstlern aus seiner direkten Nachbarschaft widmet. Auch hier ist keine vorherige Anmeldung nötig, obwohl der Wert der Kunstwerke sicher deutlich höher liegt als im Lumas.

Joachim Grommek, Galerie Horst Schuler
Nicht links liegen lassen sollte man bei diesem kleinen Galerierundgang zudem die Galerie Horst Schuler. Der Inhaber Horst Schuler selbst gehört zu den international renommierten Künstlern, die mit Hilfe von Malerei, Licht und Architektur die Wahrnehmung von Räumen künstlerisch verändern, und diese so zum Erlebnis werden lassen. In seinen Galerieräumen zeigt er in lockerer Atmosphäre Kunst die ihm gefällt, meist mit zeitgenössischem Charakter. Aktuell können dort z. B. Arbeiten von Joachim Grommek besichtigt werden, der mit Hilfe von einfachen Werkstoffen wie der schlichten Spanplatte den Blick des Betrachters gekonnt zu täuschen weiß. Erst beim genauen Hinschauen sieht man da etwa, dass das Bild nicht, wie man annehmen könnte, aus locker übereinander befestigten Klebestreifen besteht, sondern diese von ihm penibel genau und täuschend echt gemalt wurden. Schade, wenn man, beeinflusst durch die gängigen Vorurteile dem Kunsthandel gegenüber, an diesen Ausstellungen vorbeigelaufen wäre.

















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