48 Stunden Humus Neukölln
Zum elften Mal feierte Neukölln an diesem – dem letzten – Wochenende im Juni sich selbst. Der von außen oftmals zu unrecht lediglich als sozialer Brennpunkt wahrgenommene Bezirk richtete nun schon zum elften Mal Berlins größtes Kunst- und Kulturfestival aus. In diesem Jahr thematisierten die 48 Stunden den Schwerpunkt „Humus Neukölln“, was durchaus nicht nur metaphorisch zu verstehen war.

Christine Balbach (l) und Michaela Helfrich (r) von der CoachingCulture Gallery / Foto: kdk
In 48 Stunden präsentierten sich weit mehr als 1.000 Akteure mit über 500 Veranstaltungen an mehr als 250 Standorten. Da zeigte das diesjährige Schwerpunktthema „Humus Neukölln“ sehr deutlich, dass sich nicht nur die 48 Stunden Neukölln eines ungebrochenen Wachstums erfreuen. „Berlin redet vom Innovationsfaktor ‘Kulturwirtschaft’ als Zukunftsimpuls, in Neukölln wirkt er sich bereits aus“, bestätigte denn auch Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky in seinem Grußwort.
Allerdings ist selbst bei bestem Willen innerhalb von 48 Stunden weder der Fülle und Vielfalt des Berliner Bezirks Neukölln noch dem überwältigenden Kunst- und Kulturangebot des Festivals beizukommen. Ich habe innerhalb von 24 Stunden vielleicht gerade mal 20 Prozent erfasst, und beschränke mich daher in meiner Berichterstattung auf einen hoch interessanten Hotspot: die Alte Kindl-Brauerei in der Werbellinstraße.

Der Geheime Garten - CoachingCulture Gallery / Foto: kdk
Zu den Highlights des Festivals gehörte mit Sicherheit die Ausstellung der CoachingCulture Gallery „Der Geheime Garten“. Auf über 700 qm Ausstellungsfläche im Kaltraum der ehemaligen Brauerei präsentierten die Galeristinnen Michaela Helfrich und Christine Balbach zwanzig ausgewählte nationale und internationale Künstler, darunter so großartige Künstler wie Emel Geris, Mark Jason Kemp, Cornelius Perino, Ralf Rose und Gerard Waskievitz.
Im Kontext von Natur und Kunst gelingt es der noch bis einschließlich 12. Juli geöffneten Ausstellung, ein Spannungsfeld aus Sinnlichkeit und Symbolik, Architektur und Raumerleben zu erzeugen. Gerade die Weitläufigkeit der historischen Räume ermöglicht es, in den Arbeiten aus Malerei, Fotografie, Installation und Plastik immer wieder Neues zu entdecken beziehungsweise immer wieder einen neuen Blickwinkel einzunehmen, um diese wunderbaren Kunstwerke aufs Neue zu genießen.

Voll Gut - Martin Kurpiers Ideenkosmos Silencium / Foto: kdk
Form, Farbe, Klang, Licht und Bewegung bieten die ausstellenden Künstler im Vollgutlager der alten Kindl-Brauerei Neukölln. Voll Gut ist hier nicht nur der Name, sondern auch Programm. Voll gut sind auch die hier ausgestellten Werke so unterschiedlicher Künstler wie Sofie Arfwidson, Jörg Wenning, Martin Kurpiers, Tomasz Kaczmarzyk und Christiane Kling.
Diese Ausstellung fügt sich so offensichtlich passend in diese unterirdisch gelegenen Lager und sowohl die ausgestellten Kunstwerke als auch Reihenfolge ihrer Inszenierung eröffnen dem Besucher einen Erlebnisraum voller Kunstgenuss, der schon ans Überirdische grenzt. Ein unbedingtes Muss für jeden, der von sich sagen will, die 48 Stunden Neukölln im Jahre 2009 besucht zu haben.


















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