Home » Art and Events, Ausstellungen, Europa, Fotografie, Frankreich, Kunst & Design, Kunst Lounge, Künstler, Malerei, New Media

elles@centrepompidou zeigt 1 Jahr nur Künstlerinnen

1. Juli 2009 [ Kein Kommentar ]

In der 4. Etage des Centre National d´Art et de Culture Georges Pompidou in Paris werden bis Ende Mai 2010 ein Jahr lang ausschließlich Werke von Künstlerinnen aus der Sammlung des Museums gezeigt. Bei elles@centrepompidou handelt es sich um 500 Werke von mehr als 200 internationalen Künstlerinnen, die in einem thematischen und chronologischen Parcours auf 8000 qm die Kunst von Frauen vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute erzählen.

Orlan, Baiser de l´artiste. Le distributeur automatique ou presque! n°2, 1977 © ADAGP, Paris, 2009

Werke bekannter Künstlerinnen wie Sonia Delaunay, Frida Kahlo, Dorothea Tanning, Joan Mitchell, Maria-Elena da Silva bilden das historische Kapitel und hängen unmittelbar neben zeitgenössischen Arbeiten wie z. B. von Orlan, Niki de Saint Phalle, Sophie Calle, Annette Messager, Louise Bourgeois, Pipolitti Rist und vielen mehr.

Schon im Eingang wird die Intention dieses musealen Projektes angedeutet: um die Genres durcheinander zu bringen, hat Agnès Thurnauer bestimmte Namen des Berufes verweiblicht oder vermännlicht. Auf Portraits setzt die Künstlerin Namen wie Annie Warhol, Joséphine Beuys, Francine Bacon oder Louis Bourgeois.

Der Parcours erweckt ein passives Bewusstsein, der die Nichtexistenz einer weiblichen Kunst suggeriert.
In den Ausstellungsräumen kommen die Künstlerinnen selbst zu Wort, die teils ihre eigenen Werke anhand der Bildtexte kommentieren. Zitate von Autorinnen, Philosophinnen, Schriftstellerinnen und Historikerinnen verlaufen an den Wänden der Ausstellung. Einige der Künstlerinnen werden im Laufe des Jahres im Centre Pompidou anzutreffen sein.

Der thematische Parcours ist in sieben Kapitel aufgeteilt: Moderne (Pioniere), Historische (Feuer frei!), Physische (der Körper als Slogan), Exzentrische (exzentrische Abstraktion) , Häusliche (ein Zimmer für sich), Narrative (das Wort zum Werk) und Immaterielle (Anspielung auf eine große, bahnbrechende Ausstellung im Centre Pompidou mit dem Titel „Les Immatériaux“, hier die weibliche Form).

Agnès Thurnauer, Portraits grandeur nature, 2007-2009 © ADAGP, Paris, 2009

Agnès Thurnauer, Portraits grandeur nature, 2007-2009 © ADAGP, Paris, 2009

Eine Sammlung zu zeigen ist nicht eine Ausstellung konzipieren, denn die Werke sind schon da, die Auswahl ist schon getroffen. Es geht darum, in welchem Kontext und in welchem Licht man die Werke der Sammlung präsentiert. Viele Museen haben Ausstellungen weiblicher Kunst präsentiert, doch das Centre Pompidou ist das erste Museum, das seine Sammlung aus dieser Perspektive heraus der Öffentlich zugänglich macht.

Die Wahl der szenografischen Darstellung der Ausstellung überrascht so manches Mal. Anstelle der klassischen schwarzen Schrift auf den Wänden gibt es sie in rosa, blau, grün, eine ganze Palette an Farben, die an den Hauptsponsor der Ausstellung erinnert: Yves Rocher, der Pflanzen-Kosmetik-Hersteller. Ausgerechnet Kosmetik. Doch abgesehen von den szenografischen „weiblichen“ Verschönerungen geht es in den Ausstellungsräumen eher ernst zu, die Kunst zeigt sich teils gewaltig, seriös und anspruchsvoll. Die Sammlung ist reich, überrascht, und das Centre Pompidou, auch Beaubourg genannt, wird ein Jahr lang feminin.

Nur 18% der Werke unter den Kunstsammlungen des Landes sind von Frauen. Das spricht für sich. Diese Ausstellung trägt dazu bei, den Fokus auf Kunst von Frauen zu richten, sich damit auseinanderzusetzen und sich zu fragen, wie sie zur Kunstgeschichte beiträgt.

Das interdisziplinäre Programm, der Audio-Guide, der 380-Seiten dicke Ausstellungskatalog sowie eine Internetseite, die mit dem Slogan „Ein neuer Blick auf die Geschichte der modernen und zeitgenössischen Kunst“ neugierig macht – auf elles.centrepompidou.fr kann man auch erstmalig gezeigte Videos entdecken -: Die Fülle des Angebots rund um die Ausstellung elles@centrepompidou macht diese einmalige Show zu einem umfangreichen Event von Mai 2009 bis Mai 2010.

Warum und wie die Journalisten und Autoren unterstützen?
Autor/in: Katia Hermann Quelle & Bilder: centrepompidou.fr Abo: RSS-Feed | Mehr...


Bookmark Buttons:
Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Icio Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Seekxl Bookmark bei: Kledy.de Bookmark bei: Publishr Bookmark bei: BoniTrust Bookmark bei: Power Oldie Bookmark bei: Bookmarks.cc Bookmark bei: Favit Bookmark bei: Bookmarks.at Bookmark bei: Newsider Bookmark bei: Linksilo Bookmark bei: Readster Bookmark bei: Folkd Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Blogmarks Bookmark bei: Facebook Bookmark bei: Reddit Bookmark bei: Simpy Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: Slashdot Bookmark bei: Furl Bookmark bei: Yahoo Bookmark bei: Google Bookmark bei: Blinklist Bookmark bei: Technorati Bookmark bei: Newsvine

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Hinterlassen Sie unten Ihren Kommentar oder trackbacken Sie von Ihrer eigenen Seite.
> Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

Kommentare per RSS abonnieren!

Folgende Tags stehen zum Einsatz:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

This is a captcha-picture. It is used to prevent mass-access by robots. (see: www.captcha.net)

Du mußt die 5 Zeichen im Bild, (Zahlen von 0 - 9 und Buchstaben von A - F),
in das Feld eintragen und das Formular abschicken um den Download zu starten.

  

Ohje, das kann ich nicht lesen. Bitte, generiere mir eine