Slinkachu – Die Welt ist so groß und wir so klein
Jeden Tag hetzen wir durch die Straßen, rennen durch unseren Alltag und verlieren dabei so manches Mal die Welt um uns herum. Wie oft fühlen wir uns wie die Größten, die Herrscher der Welt, und müssen dann zerschmettert feststellen, wie klein und unbedeutend wir doch sind? Gerade dabei kommt einem meist der Blick für das Wesentliche, die kleinen Momente, abhanden.

Slinkachu: The Lair 1a © Slinkachu
Der englische Streetart-Künstler Slinkachu macht uns mit seiner Arbeit genau darauf aufmerksam. Was zählt körperliche Größe im Vergleich zur emotionalen? Wie groß sind wir wirklich auf diesem Planeten, in diesem Universum?
Die wahre Größe zeigt sich manchmal und ganz plötzlich in den kleinen Momenten und Dramen des alltäglichen Lebens. Slinkachu kennt sie genau, hat sie genau beobachtet und setzt sie nun gekonnt in Szene. An sich ja noch nichts besonderes, doch Slinkachus Helden sind klein, richtig klein.
Ständig ist der Künstler in seiner Heimatstadt London auf der Suche nach dem nächsten Setting, dem nächsten Motiv. Und hat er es gefunden, wird das Kunstwerk direkt vor Ort installiert und fotografiert. Er stellt dann kleine Modeleisenbahnfiguren mitten in der Großstadt auf. Vorher hat er sie selbst bemalt oder nach seinen Vorstellungen umgestaltet.

Slinkachu: Inner City Snail Project © Flickr / unusualimage
Da sitzt ein kleines Männchen auf einer Zigaretten-Kippe, fleißige Mini-Polizisten ziehen ein Absperrband um einen Hundehaufen, ein Skateboarder vollführt seine waghalsigen Figuren in einer Apfelsinenschale, und in der kleinen Pfütze nebenan wird eine Mini-Wasserleiche entsorgt. In Slinkachus Welt haben Schnecken Graffiti auf ihren Panzern, tote Fliegen werden mit Schubkarren entsorgt, Miniaturjäger posieren stolz neben der erlegten Hummel.
Kleine Welten eben, wie wir sie im Prinzip auch fast jeden Tag erleben. Wir fühlen uns alleine und isoliert mitten in den Großstädten dieser Erde oder versinken in den Geschehnissen um uns herum.

Slinkachu: They're not pets Susan © Slinkachu
Slinkachus neueste Serie ist den in die Jahre gekommenen Superhelden gewidmet. Mittlerweile haben sie Glatze und Bauch, doch glauben immer noch an ihre Fähigkeit zu heroischen Taten. Und auch sie versinken im Alltag. Das Resultat kann man momentan in London in der Andipa Gallery bewundern: “Whatever happened to the men of tomorrow?”
Wer also das nächste Mal durch die englische Hauptstadt läuft, sollte seinen Blick ruhig auch mal auf die kleinen Dinge richten. Man weiß nie, was man dort entdeckt. Wir alle sollten lernen genauer hinzusehen…

















mindestens genauso wie die idee zu solchen arbeiten, beeindrucken mich die “auf den punkt gebrachten” fotos…thumb up!
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