Kunstmetropole Berlin – da tut sich was
Was auch immer die ausschlaggebenden Gründe dafür gewesen sein mögen, Berlin hat sich in den vergangenen zehn Jahren zur Kunstmetropole gemausert und genießt international einen Ruf wie ein Jahrhundert zuvor Paris. Während der Sommerpause hat sich Art and Events-Autor Klaus-Dieter Knoll überlegt, dieses Phänomen etwas näher zu beleuchten.
Mit zahlreichen Ausstellungseröffnungen haben die Berliner Galerien an den beiden letzten Wochenenden die neue Saison bereits eingeleitet. Ein besonderes Highlight vor den großen Kunstmessen Anfang Oktober findet aber erst diesen Freitag statt: die Eröffnung des Berlin Gallery District, eine gemeinsame Initiative der Galerien rund um den Checkpoint Charlie.
Kunst im Zentrum der Stadt – Die Galerien um den Checkpoint Charlie
Auf nur wenigen Quadratkilometern entlang der ehemaligen Sektorengrenze haben sich gut 20 Jahre nach Maueröffnung über 50 internationale Galerien und 5 wichtige Museen angesiedelt. Mitten im Herzen der Hauptstadt, wo Geschichte auf Postmoderne und Etabliertes auf den Zeitgeist trifft, ist so Berlins wichtigster Hotspot für Kunst entstanden. Erfahrene und innovative Galeristen und Kuratoren haben zusammen mit den Kunstbegeisterten eine international agierende Szene etabliert, in der die neuesten und wichtigsten globalen Trends auf höchstem Niveau erfahrbar gemacht, renommierte Künstler ebenso wie junge Talente gezeigt und vermittelt werden.
Unmittelbar hinter den beiden Häusern Galerienhaus in der Lindenstrasse 34/35 und der Berlinischen Galerie liegt nicht nur der geografische Mittelpunkt der Stadt, sondern auch der gesellschaftliche. Die Politik der Hauptstadt ist allgegenwärtig, was unter anderem die Rolle als Presseviertel belegt. Die dpa, der Axel Springer Verlag, der Tagesspiegel und die taz haben in unmittelbarer Nähe ihre Verlaghäuser und Büros.
Die Lage des Galerienviertels zwischen der Stresemannstrasse im Westen, dem Halleschen Ufer im Süden, der Alten Jakobstrasse im Osten und der Leipziger Strasse im Norden könnte als Hotspot für zeitgenössische Kunst kaum idealer sein. Der institutionelle Rahmen wird von den wichtigen Standorten Martin Gropius Bau, Jüdisches Museum, Berlinische Galerie, Museum für Kommunikation und Topographie des Terrors gebildet. Und auch die guten Anbindungen zu den vitalen Kunstszenen um das Kulturforum und die Potsdamer Straße sowie nach Kreuzberg, machen das Viertel zu einem einmaligen Brennpunkt des Berliner Kulturlebens.
Die Initiative Berlin Gallery District wird in Zukunft dem koordinierten Auftritt des Viertels und der ansässigen Galerien Sorge tragen. Eine gemeinsame Website informiert über Fakten und Termine, gleichzeitige Eröffnungen und exquisite Events sorgen für den professionellen und langfristigen Austausch mit Sammlern und Publikum.
Die außerordentliche Eröffnung des Berlin Gallery District wird am Freitag, den 10. September, ab 18.00 Uhr gefeiert. Hier läuten sämtliche Galerien mit speziellen Ausstellungseröffnungen und verlängerten Öffnungszeiten (bis 21 Uhr) gemeinsam die Nacht im Sinne des Kunstherbstes ein.
Den Geist der Kunstmetropole aufspüren
Ich freue mich jedenfalls schon auf die Eröffnung des Berlin Gallery District und werde in Zukunft verstärkt von hier berichten, zumal ich in unmittelbarer Nachbarschaft wohne.
Doch wie bereits eingangs erwähnt, habe ich mir während der Sommerpause vorgenommen, dem Phänomen Kunstmetropole Berlin näher zu kommen. Und wer könnte mir beim Aufspüren ihres Geistes behilflicher sein, als diejenigen, deren künstlerisches Schaffen diese Anziehungskraft erst hervorbringt? Dazu bereite ich gerade eine Serie mit Interviews mit Berliner Künstlern vor, die ich künftig verstärkt hier präsentieren werde.


















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